Kostenfreier Erstkontakt: Kostenfreier Erstkontakt – bundesweit und unverbindlich:

0221 - 789 685 50
Logo Kanzlei Hasselbach
Menu

Kündigung eines Sicherheitsmitarbeiters wegen Verlassen des Arbeitsplatzes

LarbG Berlin-Brandenburg, 09.09.2015, 17 Sa, 810/15

Kann ein Sicherheitsmitarbeiter gekündigt werden, weil er für einen längeren Zeitraum ohne Absprache seinen Arbeitsplatz verlassen hat? Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat dies kürzlich bejaht.

Der Kläger war bei einer Münzprägeanstalt beschäftigt und mit der Überwachung der Ausgangsschleuse des Produktionsbereichs zu betraut.
Der Ausgang war normalerweise durch ein Drehkreuz gesichert, das nach einem Zufallsprinzip gesperrt wurde, sodass sich die Mitarbeiter stichprobenartig der Kontrolle durch die Sicherheitsmitarbeiter unterziehen mussten.

Der Kläger hatte in dem betreffenden Zeitraum den Zufallsgenerator ausgeschaltet und seinen Arbeitsplatz verlassen, ohne für einen Ersatz zu sorgen. In dieser Zeit konnten die Mitarbeiter unkontrolliert den Produktionsbereich verlassen.
Anschließend hielt er sich aus privaten Gründen in der Firma auf, um unerlaubter Weise ein Kunststoffteil aus der Produktion von einem Mitarbeiter abzuholen und dies anschließend in sein Auto zu bringen.
Wenige Tage später wurde durch die Arbeitgeberin ein Verlust von Gold im Wert von 74.000 Euro festgestellt, woraufhin sie das Arbeitsverhältnis zu dem Sicherheitsmitarbeiter fristlos kündigte.

Das Landesarbeitsgericht befand, anders als noch die Vorinstanz, dass die außerordentliche Kündigung durch einen wichtigen Grund gerechtfertigt war, der es der Arbeitgeberin unzumutbar mache, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist fortzusetzen.
Der Sicherheitsmitarbeiter habe schon durch das Verlassen seines Arbeitsplatzes das besondere Sicherungsinteresse seiner Arbeitgeberin verletzt, für das er in seiner Stellung einzustehen habe. Auch die unbefugte Entgegennahme des Kunststoffteils stellte nach Auffassung des Gerichts eine erhebliche Pflichtverletzung dar, da solche Handlungen gerade durch seine Beschäftigung verhindert werden sollten.
Diese Pflichtverletzungen waren demnach auch ausreichend schwerwiegend, um einen wichtigen Grund für eine fristlose Kündigung darzustellen.

Kommentare sind geschlossen.